Wahre Wellness mit Jesus

Haben Sie schon erlebt, dass Leute während einer Predigt „den Kopf gewaschen“ bekamen? Leider geschieht dies öfter als das Gegenteil. Genauer gesagt: Nur einmal im Jahr - an Gründonnerstag - werden Menschen in der Kirche während des Gottesdienstes die Füße gewaschen.

Dabei müssen sich allerdings nur wenige Geistliche dem Duft von Schweiß oder „Käse“ aussetzen. In der Regel ist diese Waschung aus hygienischen Gründen nämlich gar nicht erforderlich, sondern hat rein symbolischen Charakter. Die Allermeisten der so Behandelten waren vorher in Dusche oder Badewanne, manche sogar bei der Fußpflege gewesen. Es handelt sich also eher um eine Art heiliges Schauspiel, der jeweilige Pfarrer oder Bischof stellt dar, wie Jesus beim letzten (oder im Sinne der Kirche eigentlich: ersten) Abendmahl seinen Jüngern die Füße wusch. Christus wollte damit zeigen, dass Liebe „nicht nur ein Wort“ sein soll und Kirche den Menschen dienen muss, wenn sie IHM folgen will.

Heute sagte mir ein Gemeindemitglied: Wenn man Jesus ernst nimmt, dürfte man daraus eigentlich keine Ein-Mann-Show machen, sonst verliert das Symbol seinen Wert. Stattdessen müssten sich lieber möglichst Viele in diesem Gottesdienst gegenseitig die Füße waschen. Schließlich sollen doch ALLE Christinnen und Christen Jesus nachleben.

Ich halte das für eine sehr gute Idee. Wenn Menschen erfahren, dass sie in der Kirche nicht vor Allem kritisiert, sondern liebevoll behandelt werden, dass man ihnen eben nicht den Kopf, sondern die Füße wäscht, dann wird Christus dort lebendig – und nicht nur dargestellt.

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