Wahre oder echte Ferien ?

Leben ohne Ferien – undenkbar ? Obwohl heute in manchen Gegenden der Erde allein die Unterbrechung des Schulunterrichts im Sommer schon drei volle Monate dauert : Dieses Phänomen gibt es noch längst nicht solange, wie man annehmen könnte. Vor 100 Jahren hatten die meisten Leute nicht einmal drei Tage Urlaub im Jahr. „Freizeit am Stück“ für die Mehrheit der Bevölkerung ist eine relativ moderne Erfindung – vor Allem in Zusammenhang mit Reisen. Ein älterer Mann berichtete mir augenzwinkernd aus seiner Kinderzeit: Mir war diese Sommerpause immer schon am letzten Schultag davor versaut, weil ich daran dachte, dass ich sechs Wochen später wieder einen Aufsatz schreiben müsste zum Thema „Mein schönstes Urlaubserlebnis“.

Eigentlich ein kluger Satz. Denn das Schönste an Ferien ist doch oft einfach: Endlich einmal NICHTS tun zu müssen – auch nicht darüber zu schreiben, dass man nichts getan hat. Ohne jeden Zwang den Tag verbringen. Eine Landschaft ansehen oder einfach nur in den Himmel schauen. Ausschlafen ohne etwas zu verpassen. Sich zurückziehen und die Seele baumeln lassen. Zweckfrei einen Weg gehen, ohne ein bestimmtes Ziel erreichen zu müssen. Oder etwas tun, wozu man sonst keine Zeit hat. Genauer: Wozu man sich keine Zeit nimmt.

Jesus zum Beispiel hat Urlaub in der Wüste gemacht und - gebetet. Ohne Gebetbuch und viel Gerede. Man könnte auch sagen: Er hat Gott nicht zugetextet, sondern schlicht nur hingehört.

Das wünsche ich uns allen: Einfach mal die Klappe halten können. Und hören, was Gott dazu sagt. Weg von den vielen Wörtern - hin zu seinem Wort.

 

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