Rückblick Verabschiedung Pfarrer Cornelius Schmidt 29.02.2020

Einzug der Geistlichen in die gut gefüllte Nachbarkirche St. Stefan / Bild: Foto Jochmann
Einzug der Geistlichen in die gut gefüllte Nachbarkirche St. Stefan
Foto Jochmann

Liebe Gemeindemitglieder, liebe Freundinnen und Freunde unserer Gemeinde, liebe Schwestern und Brüder,

nachdem uns die Corona-Pandemie nun so lange beschäftigt hat, möchten wir uns auch wieder anderen Dingen zuwenden. Am Anfang des Jahres ahnten wir davon noch nichts und waren intensiv mit den Vorbereitungen für die Verabschiedung unseres Pfarrers Cornelius Schmidt beschäftigt. Für alle, die am 29. Februar 2020 nicht dabei sein konnten, deshalb hier nun endlich ein Rückblick auf die schöne Feier.

Wie jedes große Ereignis wurde auch dieses wie üblich mit entsprechendem Vorlauf geplant.
Nicht üblich allerdings war die mehrmalige Änderung des Gottesdienstortes. Nachdem die Liste
der geladenen Gäste immer länger geworden war, konnte der Gottesdienst nicht mehr in der Pfarrkirche geplant werden. Auch die nächste Idee, ihn in den Apostelin-Junia-Saal zu verlegen, hielt der zu erwartenden Menschenmenge nicht stand. Dann diskutierte der Kirchenvorstand den Vorschlag einer Live-Übertragung aus der Kirche in den Saal – aber auch das schien uns keine optimale Lösung.
Schließlich überraschte uns der Rendant mit der Mitteilung, die römisch-katholische Nachbarkirche St. Stephan stehe uns zur Verfügung. Wir wollten es zwar zuerst gar nicht glauben, aber so war es dann tatsächlich: völlig unkompliziert und gastfreundlich wurden wir dort aufgenommen und rund 300 Gäste hatten genügend Platz, dem offiziellen Teil des Festes zu folgen.

Der Einzug von Bischof Matthias und vielen Geistlichen aus dem ganzen Bistum erfolgte verheißungsvoll unter den Orgelklängen von „You’ll never walk alone“; für die Geistlichkeit sicher eine Premiere und vermutlich brachten auch Viele aus dem Publikum den Text des Liedes erstmals mit Gottes Nähe zusammen. Der Gottesdienst verlief auch weiter mit abwechslungsreichen musikalischen Beiträgen und in gelöster Atmosphäre.

Auch die Messdienenden trugen ein Lied mit Unterstützung zweier Musikerinnen aus der Gemeinde vor. Textblätter auf dem Boden und rhythmisches Klatschen als Begleitung gaben den Kindern Sicherheit bei
ihrem Auftritt vor so großem Publikum.

Kurz vor Ende entpflichtete der Bischof Cornelius von seinem Amt als Pfarrer. Mit Blick auf dieaußergewöhnlich lange Dienstzeit meinte der Bischof, er selbst sei bei Cornelius‘ Amtsantritt in Krefeld noch nicht einmal alt-katholisch gewesen. Mit einigen launigen Bemerkungen trug er zur allgemeinen Heiterkeit bei. Dankbar für den Anlass und guten Verlauf der Messe empfingen wir schließlich den Segen und konnten zum zweiten Teil des Festes übergehen.

Anschließend durfte ich für die Gemeinde die Dankrede halten. Sie galt nicht nur Cornelius für sein unablässiges Wirken, sondern natürlich auch Lisa Schmidt, die stets unauffällig im Hintergrund sorgend und mit Rat und Tat für unsere Gemeinde da war – und es auch noch immer ist.
Die beiden wollten eigentlich nicht im Mittelpunkt stehen und am liebsten ganz auf jeden Dank verzichten. Da dies bei einer Verabschiedung aber unmöglich ist, wurde ihr Wunsch durch eine Schweigeminute und das Umblättern leerer Seiten erfüllt, was viele Gäste durch herzliche Lacher quittierten… Danach mussten sie doch noch ein angemessenes Lob über sich ergehen lassen.

Der Weg von der Kirche zum Festsaal, den die letzte Gemeindeversammlung in „Apostelin-Junia-Saal“ umbenannt hatte, war nicht weit – ein Pilgerstrom ergoss sich über die Luisenstraße und durch unser Gartengelände zum Saal. Dort wartete bereits eine ganz besondere Überraschung auf die beiden: Cornelius hatte sich als Geschenk Spenden für ein Glockenspiel am Dreikönigenhaus gewünscht und der Vorstand organisierte dazu passend als immaterielles Geschenk ein Glockenläuten. Wir durften von der römisch-katholischen Gemeinde Köln-Chorweiler deren

Friedensglocke ausleihen, die sie sich extra hatten gießen lassen und die regelmäßig bei ihrem monatlichen interkulturellen Friedensgebet zum Einsatz kommt. Lisa, Cornelius und die Gäste waren von der Geschichte der Glocke beeindruckt und unsere Überraschung war gelungen.

Mit einer Fotoaktion, einer Jonglage-Vorführung Jugendlicher und vielen guten Gesprächen verging die Zeit zwischen Sektempfang und indischem Buffet wie im Fluge. Schön war besonders das Wiedersehen mit manchen weitgereisten Gästen.

Nachdem am Abend das letzte Häppchen genascht, die Reste von Kuchen und Speisen verteilt und wir erschöpft auf die Stühle gesunken waren, stand für uns fest: Es war eine würdige, manchmal eine wehmütige, aber auch eine ausgesprochen fröhliche Feier.

Wir wünschen Cornelius einen guten Ruhestand und Zeit für die vielen Dinge, die er sonst nie machen konnte. Wenn sich die schwierige Phase des Loslassen-müssens gelegt hat, kann er hoffentlich neue Kraft aus der Erkenntnis schöpfen, nicht mehr für alles verantwortlich zu sein.

Krefeld, 19.06.2020

Für den Vorstand Angela Klein-Kohlhaas

Bildergalerie:

Verabschiedung Pfarrer Cornelius Schmidt 29.02.2020

Einzug der Geistlichen in die gut gefüllte Nachbarkirche St. Stefan / Bild: Foto Jochmann
Einzug der Geistlichen in die gut gefüllte Nachbarkirche St. Stefan
Foto Jochmann
Bischof Matthias mit Cornelius, Hilde Freihoff und Stefan Kandels, davor ein Teil der Musizierenden / Bild: Foto Jochmann
Bischof Matthias mit Cornelius, Hilde Freihoff und Stefan Kandels, davor ein Teil der Musizierenden
Foto Jochmann
Gottesdienst in unserer römisch katholischen Nachbarkirche St. Stephan / Bild: Foto Jochmann
Gottesdienst in unserer römisch katholischen Nachbarkirche St. Stephan
Foto Jochmann
Letzte Predigt als Pfarrer / Bild: Foto Jochmann
Letzte Predigt als Pfarrer
Foto Jochmann
Friedensglocke aus Chroweiler / Bild: Foto Thomas Cieslik
Friedensglocke aus Chroweiler
Foto Thomas Cieslik
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