Ostern: Gott ist die Liebe - und kein System

In diesen Tagen vor Ostern, wo aus christlicher Sicht besonders an die Geheimnisse von Tod und Auferstehung gedacht wird, fällt mir der vor zwei Wochen verstorbene Physiker Stephen Hawking ein. Ein Mensch, der zwei Drittel seiner Lebenszeit auf den Rollstuhl angewiesen war, weil er an einer entsetzlichen Krankheit litt. Der schon als 43-Jähriger nicht einmal mehr reden konnte. Der dennoch bis zu seinem Tode im Alter von 76 Jahren in kaum vorstellbarer Genialität naturwissenschaftliche Zusammenhänge zu begreifen und darzustellen versuchte. Kein Wunder, dass er aus seiner Sicht geneigt war, eine Welt ohne Gott zu erklären – er, dessen Leben ein langsames Sterben wurde - nicht „nur“ einen Karfreitag lang, sondern über viele Jahre hin. Menschen haben doch ein selbstverständliches Recht auf ihre ureigene Vorstellung von Gott und der Welt: Hawking so wie Andere, die irgendeiner Religion angehören. Es geht hier nicht um besser oder schlechter, sondern schlicht und einfach um „anders“.

Momentan wirft die Debatte wieder einmal hohe Wellen, ob der Islam zu Deutschland gehört oder nicht. Mir scheint schon die Fragestellung genauso unsinnig wie „Gehört der Atheismus zu Europa?“ Obwohl dort - statistisch gesehen - zwar mehr Konfessionslose als Moslems zuhause sind, aber nicht so viele Atheisten wie in China.

Jesus interessierte sich nicht für religiöse Systeme. Er interessierte sich vielmehr für jeden einzelnen Menschen, der ihm begegnete. Er ist an Karfreitag für die Überzeugung gestorben, dass Gottes Liebe  ALLEN  gilt, ohne Rücksicht auf ihre Weltanschauung.

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