Gewalt - Grenze der Religion

Das beherrschende Thema der letzten Wochen ist Gewalt, die aus religiösen Motiven angewendet wird. Für Manche wird es offenbar zu einem unerträglichen Problem, dass Gott unendlich geduldig und wirklich tolerant ist, schwerste Beleidigungen erträgt, ohne eine Entschuldigung zu verlangen - in Gestalt von Christus sogar einen Foltertod erduldet, unter völligem Verzicht auf Gegenwehr. Das finden manche Gläubige ungeheuerlich. Und anstatt diese unbegreifliche Größe Gottes anzuerkennen, von seiner bewundernswerten Geduld zu lernen, wollen sie IHN verbessern und setzen sich so selbst an seine Stelle! Menschliche Gewaltphantasien und primitive Vergeltungssucht versuchen Gottes Güte zu verfälschen.

Dabei will der Ewige gar keine Rache, Gott ist Liebe. Jesus empfiehlt deshalb sogar, Feinde zu lieben. Er weiß: Gewalt erzeugt nur weitere Gewalt. Ein Teufelskreis, der allein von Liebe unterbrochen werden kann. Denn durch Liebe werden Feinde nicht besiegt, sondern „entfeindet“.

Wenn ein Kind etwas Falsches tut, ist das Vorbild von Liebe und Geduld erforderlich, um es vom Richtigen zu überzeugen. Kurzfristig könnte man natürlich mit einer schnellen Ohrfeige sofort die gewünschte Verhaltensänderung erzwingen. Auf lange Sicht wird aber das Kind, das von Erwachsenen geschlagen wurde, wenn es selber erwachsen ist, ebenfalls Schwächere schlagen. Es hat ja nichts Anderes gelernt.
Wer Liebe nur predigt, lehrt die Menschen predigen, aber nicht lieben. Gottes Liebe weitergeben, aus seinem Geist leben: Das ist der einzig sinnvolle Weg, eine Ahnung von Gott zu vermitteln.

Schlagwörter: