Gedanken zum Weltgebetstag

Der erste Freitag im März wird in diesem Jahr zum 90. Mal als Weltgebetstag begangen. Das mögen Manche nicht besonders aufregend finden – schließlich gibt es zum Beispiel seit 130 Jahren am 1. Mai den Tag der Arbeit. Warum also noch einen durch Frauen eingerichteten internationalen Tag des Gebetes ?

Weil der daran erinnert, dass trotz allen angeblichen globalen Fortschritts nach wie vor die wichtigsten Arbeiten, die es gibt, nur völlig unzureichend bewältigt werden: Die Ausbildung von Kindern und Jugendlichen sowie die Betreuung von Alten, Kranken und Menschen in Not, etwa Flüchtlingen.

Wussten Sie, dass beispielsweise die Hungerhilfe des Welternährungsprogramms der UNO für Flüchtlinge in den Nachbarstaaten Syriens an Weihnachten 2014 „aus Geldmangel“ eingestellt wurde ? Da ging es um fehlende 64 Millionen Dollar für einen Monat.

Dagegen betrugen die Militärausgaben 2014 in Deutschland 46.500, in Großbritannien 60.500, in Frankreich 62.300, in Saudi-Arabien 80.800, in Russland 84.500 und in den USA 610.000 Millionen Dollar. Anders gesagt: Mit den Rüstungsausgaben allein dieser sechs Staaten könnte man 2.171 Jahre lang die syrischen Flüchtlinge ernähren. Aber stattdessen wurde lieber „gespart“, man hat die Notlage der Menschen dort schlicht verdrängt. Bis die Verzeifelten über das Meer zu uns kamen und sich auf diese Weise in Erinnerung brachten...

Die Botschaft des Weltgebetstags ist gerade NICHT: „Da hilft nur noch beten.“ Es geht vielmehr um die uralte Grundregel des Christentums: „Bete UND arbeite.“ Und es geht um das Mitdenken. Denken Sie mit ?

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