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Für Zyniker ist der Begriff „EHE“ nur ein Kurzwort. Voll ausgeschrieben bedeute es angeblich auf Latein „Errare Humanum Est“. Oder deutsch: Irren ist menschlich.

Nun kann man natürlich nicht abstreiten, dass die Heirat für manche Brautpaare sicher eine irrige Entscheidung war und Ursachen einer späteren Trennung bereits in sich trug. Die größeren Irrtümer liegen dabei aber wohl woanders, nämlich in der Auffassung darüber, was Ehe von ihrem Wesen her überhaupt sei.

Manche unterstellen, es handele sich dabei um eine „Geschlechts-Gemeinschaft von Mann und Frau mit dem Ziel, Nachkommen hervorzubringen“. Und schon deshalb könnten Lesben oder Schwule keine richtige Ehe schließen.

Es gibt jedoch nachweislich Millionen von heterosexuellen Lebenspartnerschaften, aus denen keine Kinder hervorgehen, weil die Eheleute gar keinen Nachwuchs bekommen können - oder wollen. Demnach wäre es ja beispielsweise ebenso keine Ehe, wenn Zwei sich im Rentenalter gegenseitig heiraten.

Und beim Begriff „christliches Eheverständnis“ kann man zumindest unter Berufung auf Jesus selber nicht behaupten, er habe dabei automatisch die Produktion von Kindern gefordert. Die Evangelien jedenfalls berichten an keiner Stelle, dass er auch nur verheiratet war, geschweige denn, von Eheleuten verlangt hätte, Kinder in die Welt zu setzen. Auch ist nicht überliefert, dass Christus Homosexualität verurteilte.

Auf jeden Fall hat er aber der Liebe absoluten Vorrang eingeräumt!

Jesus könnte deshalb „EHE“ sicher als Kurzwort verstehen, für „Einander Helfend Ergänzen“. Unabhängig vom Geschlecht...

 

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