Countdown für den Frieden?

Am Beginn des neuen Jahres in der Silvesternacht oder auch vor dem Weihnachtsfest ist es üblich geworden, auf bestimmte Weise die Zeit zu zählen bis das große Ereignis dann eintritt. Während am 31. Dezember die letzten zehn Sekunden vor dem Jahreswechsel betont rückwärts getaktet werden, zählt man die 24 Tage vor dem 25. Dezember vorwärts und nennt das Adventskalender. Letzterer funktioniert also eigentlich wie ein umgekehrter Countdown in Zeitlupe, und beide Methoden (die übrigens erst rund 100 Jahre alt sind) sollen in der Wartezeit wohl eine Art Dramatik erzeugen oder verstärken. Fragt sich, ob solche weitere, zusätzliche Spannung im Advent überhaupt etwas bringt. Könnte nicht auch der Weg das Ziel werden ?
Der Sinn von Weihnachten ist ursprünglich, Frieden auf dem Planeten Erde zu verbreiten: Dieses Ergebnis wird seit 2.000 Jahren aber nicht wirklich erreicht. Bestenfalls gibt es an den Feiertagen Waffenstillstand, danach geht es dann ganz unfriedlich weiter. Offenbar läuft bei den Vorbereitungen auf dieses Fest irgendwas schief. Frieden wird eben nicht erreicht, indem man nur jeden Tag ein Türchen öffnet und etwas nascht, nach Geschenken für seine Lieben sucht, auch mal zwei Euro einem Suchtkranken spendiert und an einer Menge peinlicher Partys unter dem Oberbegriff „Weihnachtsfeier“ teilnimmt, die angesichts des Elends in der Welt nur bei betrunkenen Zustand zu ertragen sind.

Frieden entsteht, wenn wir unseren Vorteil nicht auf Kosten Anderer suchen, sondern uns ernsthaft für Not Leidende engagieren. Advent ist Arbeit - für den Frieden.

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